Tag der offen Tür der MOS München
Am 28. Januar findet in der MOS München ein Tag der offen Tür statt. mehr...
Mit dem Bildungsspender aktiv der Schule helfen
Über den Bildungsspender kann jeder die Montessorischule Hohenbrunn ganz einfach finanziell und darüber hinaus noch kostenlos unterstützen. Wie es geht, erfahren Sie hier.
Informationen zum Bayerischen Schulfinanzierung-Gesetz (BaySchFG)
Hier finden Sie die neuesten Informationen zu den geplanten Änderungen des bayerischen Schulfinanzierungsgesetztes und Berichte zu unseren Protestaktionen.
Aufnahmeverfahren 1. Klasse Schuljahr 2012/13
Für alle Kinder, die neugierig sind, gern aus eigenem Antrieb lernen und Interesse am selbstständigen Arbeiten mitbringen, besteht eine gute Chance auf einen Platz an der Montessorischule Hohenbrunn. Anmeldeschluss ist der 30. Januar 2012.
Monte im Gespräch am 9. Februar 20 Uhr Aula
MONTE im Gespräch zum Thema Weiterentwicklung der Sekundarstufe II
In diesem Schuljahr haben sich Pädagogen, Schulleitung und Vorstand intensiv mit den Strukturen, Inhalten und Zielen der Sekundarstufe II auseinandergesetzt.
Bei MONTE im Gespräch stellen wir nun die Arbeitsergebnisse vor und möchten gemeinsam mit Eltern und gerne auch Schülern weitere Ideen und Anregungen sammeln.
Es ist die Gelegenheit zu diskutieren und Fragen zu stellen, aber auch konkrete Vorstellungen einzubringen.
6. Musikabend des Elternbeirates
Am Donnerstag, den 19. April 2012 findet bereits zum sechsten Mal ein Musikabend in der Montessorischule Hohenbrunn statt, bei dem Eltern und Lehrer der Schule ihr musikalisches Können unter Beweis stellen.
Bitte merken Sie sich den Termin vor. Der Elternbeirat freut sich auf regen Besuch.
Eine Schule für Kinder
Tag der offenen Tür an der Montessorischule Hohenbrunn
Wie riecht es im Regenwald? Wie macht man ein Fadenbild oder Adressaufkleber? Wie entsteht ein Videoclip? Wie löst man Gleichungen mit Variablen mithilfe von Kugeln und Wäscheklammern? Wie war das damals mit der Mauer? Alles das und vieles mehr konnten Eltern und Kinder am Samstag, den 19. November 2011 von 10 bis 14.30 Uhr am Tag der offenen Tür in der Montessorischule Hohenbrunn erfahren. Und dass in der Montessoripädagogik das Kind mit seiner Neugier im Mittelpunkt steht.
Bereits die Eröffnung der Veranstaltung machte dies deutlich: Keine langen Reden Erwachsener, sondern ein afrikanisches Begrüßungslied, gesungen vom Schülerchor, hieß die Besuche willkommen. Dann lautete das Motto, die Schule zu erkunden und die Montessori-Pädagogik hautnah zu erleben. Viele interessierte Eltern schlossen sich erst einmal einer der von den Zehntklässlern organisierten Schulhausführungen an. Andere verschafften sich zunächst an den Informationsständen der AG Öffentlichkeitsarbeit und der Schulleitung einen Überblick über das angebotene Programm und die Anmeldeformalitäten. Von besonderem Interesse war für die meisten eine Hospitation bei der Freiarbeit, dem Kernstück der Montessori-Pädagogik. Sie erlaubt es den Kindern und Jugendlichen, ihrem eigenen Rhythmus entsprechend zu lernen und die Lernschwerpunkte selbst zu bestimmen. Dabei hilft das Montessorimaterial, den Lernstoff mit allen Sinnen zu „begreifen“. „Bei uns stehen das Soziale und wie das Kind lernt an erster Stelle“, so die Sekundarstufenlehrerin Sanela Causevic. Sie zeigte, wie die Kinder x-Gleichungen mithilfe des Gleichungsrahmens lösen. Zuerst komme die Arbeit mit dem Material, um die Aufgabe wirklich zu verstehen, erst dann folge die Abstraktion bei der Lösung von Arbeitsblättern.
Eine Schule zum Mitmachen also. So spielten auch Schüler die Hauptrolle bei der Eröffnung der Regenwald-Ausstellung. Sie erklärten den Besuchern und ihren Mitschülerinnen und Mitschülern an verschiedenen Ständen alles Wissenswerte rund um den Regenwald. Zu den Schautafeln der Wanderausstellung der Stiftung OroVerde, die sich seit 1989 für den Erhalt der Regenwälder engagiert, hatten sie im Unterricht interaktives Material entwickelt. An einer Riechbar konnte man verschiedene Regenwald-Gerüche erschnüffeln: Kaffee, Vanilleschoten, Pfeffer, Muskatnuss oder Waldboden hieß es zu erkennen. Das Experiment „Ein Regenwald im Marmeladenglas“ veranschaulichte, wie der Regenwald funktioniert, und beim Würfelspiel „Einkauf mit Köpfchen“ wurde das Bewusstsein dafür geweckt, was jeder beim ökologischen Einkaufen z.B. von Möbeln oder Toilettenpapier beachten sollte.
Auch die Mauerbau-Ausstellung, von Bild, Die Welt und der Bundesstiftung Aufarbeitung konzipiert, eröffneten, nach einer kurzen Einführung durch die Lehrerin Sylvia Keber, Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse. Große, auf Pappe aufgezogene Poster erklärten den Weg vom Mauerbau bis zum Mauerfall und verdeutlichten die Unmenschlichkeit der Teilung Berlins, ebenso wie ein im Rahmen der Montessori-Facharbeit entstandenes Modell der Mauer.
Die Stärken jedes Einzelnen zu fördern, ist ein wichtiges Anliegen der Montessori-Pädagogik. Da darf die Kreativität nicht zu kurz kommen, z.B. bei der Herstellung eines Schachspiels aus Holz im Rahmen der Vorbereitung auf die Prüfung zum Qualifizierten Hauptschulabschluss. Musikalisch brachten sich Susanne Hahn (Gesang) und Sandra Bär (Klavier) ein. Sie spielten Lieder von Céline Dion und Avril Lavigne, um mit dem Erlös Kinder in Afrika zu unterstützen. Niki Zuber und Leon van Deun trugen einen selbst geschriebenen Rap vor. In kleinen Theaterstücken, Musicals und Referaten präsentierten die Kinder und Jugendlichen ihre Englisch- oder Spanischkenntnisse. Und im mit unzähligen Kinderkunstwerken geschmückten zweiten Obergeschoss, eigentlich das Reich der Grundschüler, präsentierten Jugendliche der Klassen 8 – 10 ihre Videoclips „Querwelten“. In einer Projektwoche hatten sie die Filme zusammen mit jungen Künstlern vom Münchner Gasteig gedreht und selbst geschnitten.
Kulinarisch sorgten die Schülerinnen und Schüler für köstliche Kürbissuppe und spektakulär auf einem Pick-up zubereitete Pfannkuchen. In der Turnhalle wartete zudem ein großes, von den Eltern gestiftetes Kuchenbuffet auf Schleckermäuler, und auch der Herbstmarkt verwöhnte die Besucher mit Raclette, Pizza aus dem Holzofen, Popcorn, Glühwein, Wein und Prosecco. An den Ständen im Pausenhof wurden darüber hinaus schöne Weihnachtsgeschenke angeboten wie edler Schmuck, Glaskunst, Wachskerzen, Honigspezialitäten, Pesto, Duftsäckchen oder „Herz-Seelen-Wein“. Auch sonst war viel geboten: Die Kleinen durften im ersten und zweiten Obergeschoss unter kundiger Anleitung älterer Schülerinnen und Schüler Origami-Kunstwerke falten oder Sterne basteln; im Wald konnten die Kinder ihre Geschicklichkeit auf der Slackline unter Beweis stellen; in der Turnhalle wurden Adventskränze gebunden, Bücher verkauft, Spenden für Kinder in Afrika sowie für krebskranke Kinder gesammelt, und beim Dosenwerfen konnte man Treffsicherheit zeigen. Viel Abwechslung also und zahlreiche Einblicke in den bunten, lebendigen Alltag an der Montessorischule Hohenbrunn, wo die Kinder lernen, Verantwortung für sich selbst und andere zu übernehmen und dabei auch eines sein zu dürfen: Kind.
Text: Anissa Nasser
Fotos: Gunter Hahn und Marion Adelkirchner
"Reichtum Regenwald"
Ausstellung in der Montessorischule Hohenbrunn im Landkeis München
Zwei Wochen lang, vom 14. bis 28.11.2011, zeigt die Montessorischule Hohenbrunn die Wanderausstellung „Reichtum Regenwald“ der Stiftung OroVerde.
Die Wanderausstellung wird der Schule von der Stiftung OroVerde, auf Deutsch „Grünes Gold“, zur Verfügung gestellt. OroVerde initiiert und fördert seit ihrer Gründung 1989 Schutzprojekte zur Erhaltung der Tropenwälder. Insgesamt neun Schautafeln sollen den Betrachter für das Thema Regenwald und Umweltschutz sensibilisieren. Auf zwei der Tropenwaldtafeln finden sich allgemeine Informationen zur Ökologie des Regenwalds. Die anderen Tafeln stellen den Bezug des „fernen“ Regenwalds zum eigenen Leben her. Sie informieren über den Zusammenhang zwischen dem persönlichen Kaufverhalten und den Tropen. Durch konkrete Beispiele für Schutzmaßnahmen erfahren die Kinder, wie man sich ohne großen Aufwand für den Erhalt der Wälder einsetzen kann.
Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 – 7 werden sich im kosmischen Kurs intensiv in das Thema einarbeiten und die Ausstellungsleinwände mit eigenen Materialien ergänzen, wie zum Beispiel einem Tropenholz- und Tropenwaldgeruchstest, Klapptafeln mit Steckbriefen zu den verschiedenen Tropenwaldtieren, einem Bildermemory oder Quizfragebögen in verschiedenen Schwierigkeitsstufen, die durch die Ausstellung führen. Außerdem richten sie verschiedene „Aktionstische“ und Stände ein, die zum handelnden Lernen einladen.
In Kleingruppen betreuen die Schülerexperten dann die Stationen und bieten zu bestimmten Terminen „Workshops“ an, die von anderen Klassen der Schule „gebucht“ werden können.
Am Tag der offenen Tür, dem 19.11.2011, wird die Ausstellung auch allen Eltern und Interessierten präsentiert.
Weitere Informationen unter: www.oroverde.de
Die Herausforderung angenommen und bravourös gemeistert.
Die Präsentation der Facharbeiten der 9.-Klässler in der Montessorischule Hohenbrunn.
Riemerling: Am Donnerstag, den 27. Oktober präsentierten rund 30 Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse der Montessorischule Hohenbrunn ihre Facharbeiten vor großem Publikum.
Wie in jedem Jahr, war die knisterende und erwartungsfrohe Stimmung schon seit Tagen in der Schule zu spüren. Emsig wurden letzte Vorbereitungen getroffen, Vortragsreden eingeübt und Vorführungen geprobt. Alle 9.-Klässler fieberten ihrem großen Abend, der Präsentation der Facharbeiten, entgegen. Das Formulieren und Schreiben der Texte, eine praktische Arbeit zum Thema, ein Kolloquium mit vielen Fragen hatten sie bereits erfolgreich hinter sich gebracht, als die Jugendlichen am Abend des 27. Oktober sich anschickten, ihr Thema vor rund 300 Gästen zu präsentieren.
Eine Herausforderung mit offenem Ausgang nannte Monika Nather, Leiterin der Sekundarstufe, die Ausarbeitung der Facharbeiten. Die Schüler wählen sich ihr Thema selbst. Manchmal gibt ein jahrelang ausgeübtes Hobby die Inspiration, mal ein Praktikum oder aber auch eine spontane Eingebung. Ein jeder hat die Möglichkeit, an seiner Arbeit zu wachsen und geht mit dem schönen Gefühl, erfolgreich gewesen zu sein, an diesem Abend nach Hause. Dies bestätigten auch die amtierenden Schulsprecher, die allesamt im letzten Jahr diese spannende Erfahrung machen durften.
Einen letzten Aufschub gab es für die Vortragenden, als Susanne Hahn (Gesang) zusammen mit Sandra Baer (Klavier) die Zuhörerschaft mit der schönen Ballade „Remember me“ von Avril Lavigne einstimmte. Doch dann ging es los.
In kurzen, unterhaltsamen Vorträgen erzählten die Schüler, warum sie ihr Thema wählten, was ihnen daran wichtig war und wie sie die praktische Arbeit bewältigten. Die Themen waren so bunt und unterschiedlich wie das Leben selbst. Von Papier bis Schlagzeug, von Freeride-Biking über Burma bis zum ganzen Kosmos. Kaum ein Bereich des Lebens blieb außen vor: Gesellschaft, Kultur, Geschichte, Sport und Kulinarisches. Interessant war auch die sprachliche Gestaltung, so war der Beitrag von Lukas Hörger in bayerischem Dialekt, und – ein Novum – Evas Huber Vortrag in Englisch zu hören.
Neben verschiedenen Film- und Fotodokumentationen und einem süßen Trickfilm sorgten diverse Live-Vorführungen für Abwechslung. So konnten die Zuschauer einem Fechtkampf, einer Kür im Bodenturnen und einem Hip-Hop-Tanz beiwohnen. Das Klavierspiel von Johanna Hartwig und ein Schlagzeugsolo von Leldo Niang rundeten das Programm musikalisch ab. Aber auch in der Pause und nach den Vorträgen gab es noch viel zu entdecken. An den Ständen warteten die Jugendlichen mit Kostproben von selbst gemachten Pommes frites und Köstlichem aus der burmesischen und der molekularen Küche auf, es wurden fair gehandelte Schokoriegel verkauft und Spenden für den Regenwald gesammelt. Auch das Rätsel, warum die Bierflaschen von Benedikt explodierten, wurde dort gelöst, und es wurden Einblicke in das Leben Suchtkranker oder arbeitender Kinder gewährt. Darüber hinaus konnten die Gäste allerlei Handwerkliches bestaunen: vielfältige Origami-Kunstwerke, ein Windradnachbau, ein Automodell, ein Stück Berliner Mauer, Modelle von Verkehrsflugzeugen, ein selbst gewebter Teppich, ein selbst gebautes Longboard, und Tätowierungen auf Kunsthaut.
Nach diesen professionellen Präsentationen sprach Antje Wabnitz, Vorstandsvorsitzende des Trägervereins, sichtlich beeindruckt den Jugendlichen ihren Dank für die spannenden Vorträge aus und gratulierte ganz herzlich zum erfolgreichen Montessori-Abschluss.
Text: Sabine Emmerling
Fotos: Gunter Hahn
Es ist normal, verschieden zu sein!
Vortrag von Prof. Dr. habil. Zimpel an der Montessorischule Hohenbrunn
Am Freitag, den 7. Oktober 2011 referierte der Diplom-Psychologe Prof. Dr. habil. André Frank Zimpel über das Thema „Es ist normal, verschieden zu sein! Wie die aktuelle Hirnforschung Montessori bestätigt“ in der Montessorischule Hohenbrunn.
Rund 100 Interessierte waren am Freitagabend in die Montessorischule Hohenbrunn gekommen, um den Vortrag über das Thema „Es ist normal, verschieden zu sein! Wie die aktuelle Hirnforschung Montessori bestätigt“ anzuhören. Den Abend hatte Bärbel Weber vom Elternbeirat organisiert, und sie freute sich ganz besonders, dass Prof. Dr. Zimpel sich bereit erklärt hatte, relativ kurzfristig eine Vortragslücke zwischen zwei Veranstaltungen in der Montessorischule an der Balanstraße und beim Montessori Landesverband Bayern e.V. mit diesem Vortrag in der Montessorischule Hohenbrunn zu schließen. Prof. Dr. habil. André Frank Zimpel ist Diplom-Psychologe und Diplom-Lehrer mit den Fächern Mathematik und Kunsterziehung und lehrt an der Universität Hamburg. Sein Forschungsschwerpunkt ist die geistige Entwicklung unter den Bedingungen neurologischer und psychologischer Syndrome.
Mit großer Spannung verfolgten die Zuhörer, überwiegend Eltern und Pädagogen, wie der Referent die von Maria Montessori beobachteten Erkenntnisse zur Polarisation der Aufmerksamkeit, der sensiblen Phasen und zur intrinsischen Motivation mit Ergebnissen aus der aktuellen Hirnforschung bestätigte. Wie auch Maria Montessori, ist Prof. Dr. Zimpel davon überzeugt, dass Erkenntnisse aus der erfolgreichen pädagogischen Arbeit mit Kindern, die Lernschwierigkeiten haben, auch für alle anderen Kinder von Bedeutung sind. Als Beispiel zog er erstaunliche Ausbildungserfolge von Menschen heran, die mit einer Trisomie 21 leben. Ein kurzer Film zeigte den Spanier Pablo Pineda mit Downsyndrom, der erfolgreich sein Abitur ablegte, Pädagogik studierte und jetzt als Grundschullehrer arbeitet. Forschungsergebnisse zeigen, dass ein Mensch ohne Trisomie 21 simultan vier oder fünf Dinge auf einmal erfassen kann, ein Mensch mit Trisomie 21 hingegen nur zwei bis drei. Dieser geringeren Aufmerksamkeitsspanne steht ein besonders gutes Abstraktionsvermögen gegenüber. Spricht man mit Lerninhalten einen einzelnen Sinn an, können diese besonders rasch aufgenommen werden. Das Montessorimaterial setzt genau hier an. Es werden einzelne Sinne nacheinander und nicht gleichzeitig angeregt.
Pablo Pineda hatte das Glück, von seinen Eltern schon früh auf die richtige Weise gefördert zu werden, und so kann er heute als Hauptdarsteller im Film „Me too – Wer will schon normal sein?“ mitwirken und seine Lebenssituation vielen Menschen nahebringen. Dabei wurde deutlich, dass Pinedas größter Wunsch, als „normal“ wahrgenommen zu werden, noch ein Traum bleibt. Doch was heißt schon normal? Dieser Frage nahm sich Prof. Dr. Zimpel mit mathematischen Beispielen an und führte dem staunenden Publikum anhand von Strichmännchen vor: „Normal gibt es nicht!“ Er zeigte auf, dass es viel mehr Möglichkeiten gibt, „normal“ zu sein, als zu einer Randgruppe zu gehören, wobei sich die verschiedenen „Normalen“ dabei stärker voneinander unterscheiden können, als die Personen in einer Randgruppe. Die Vorstellung eines „normalen“ Menschen sei eine Illusion, ebenso wie der Wunsch nach homogenen Regelschulen – es könne nur heterogene geben, so Zimpel.
„Habt Verständnis und Nachsicht für die Pubertierenden,“ forderte der eloquente Professor die Eltern und Lehrer auf. Mit Beginn der Pubertät baue sich das Stirnhirn vollständig um und es komme zu Ausfallerscheinungen. Dieser erstaunlich umfangreiche Neuaufbau des Stirnhirns mit den wichtigen Bereichen der Spiegelneuronen und der damit einhergehenden Fähigkeiten wie Perspektivwechsel und dem Zusammenspiel von Bewegungs- und Handlungssteuerung oder auch der Entwicklung der Charaktereigenschaften dauere bis etwa zum 25. Lebensjahr an. In dieser Zeit finden die Pubertierenden ihre Persönlichkeit, und es wird die Toleranz der Gesellschaft ausgetestet. Das Gehirn kann während der Pubertät viel Neues lernen, aber ohne intrinsische Motivation können die Potenziale nicht ausgeschöpft werden. Prof. Dr. Zimpel setzt hier auf Projektarbeit, bei der auch seine Studenten große Erfolge erzielen.
Nach eineinhalb Stunden – alle Anwesenden waren immer noch in seinem Bann – schloss der Referent den offiziellen Teil seines Vortrags. Prof. Dr. Zimpel beantwortete danach diverse Fragen und stand für persönliche Gespräche zur Verfügung. Der Büchertisch der Bücher AG mit den Publikationen Prof. Dr. Zimpels, darunter „Zwischen Neurobiologie und Bildung. Individuelle Förderung über biologische Grenzen hinaus“,„Mia, Max und Mathix. Auf dem Weg zum Zahlbegriff“,„Der zählende Mensch. Was Emotionen mit Mathematik zu tun haben“ sowie mit Büchern zur Montessoripädagogik fand regen Zuspruch.
Text: Christine Herrmann, Sabine Emmerling
Fotos: Marion Adlkirchner
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