1:/media/allgemeine-bilder/paedagogik/klasseK.jpg

Unterrichtskonzept

Da jeder Mensch seine individuelle Entwicklung hat, lernen nicht alle Kinder zur selben Zeit das Gleiche. Kernstück unseres Unterrichts ist deshalb die Freiarbeit. Sie erlaubt es den Kindern und Jugendlichen, ihr Lerntempo und ihre Lernschwerpunkte selbst zu bestimmen. Dies entspricht ihrem jeweiligen Entwicklungsstand, ihren sensiblen Phasen und ihrem Bedürfnis nach Selbstbestimmung.

Dabei spielen die vorbereitete Umgebung sowie das Montessori-Material eine wesentliche Rolle. Es ist für das Kind ein "Schlüssel zur Welt". 

In Übereinstimmung mit den neuesten Erkenntnissen aus der Neurobiologie ist für Maria Montessori echter Lernerfolg nur dann von Dauer, wenn das Kind durch aktives Handeln und gemäß seiner sensiblen Phasen Lerninhalt, Lerntempo und Lernverfahren selbst bestimmen kann. In der Freiarbeit sind die Schülerinnen und Schüler einer Klasse zur selben Zeit mit unterschiedlichen Lerninhalten beschäftigt. Die Arbeit wird vom Kind dokumentiert.

In gebundenen Unterrichtsphasen werden Themen im Klassenverband oder in differenzierenden Gruppen behandelt. Auch Fachunterricht kann so erteilt werden. Allgemein verbindliche Hausaufgaben werden nicht gegeben.

Aufgabe der Kosmischen Erziehung ist es, dem Kind eine Vorstellung des Zusammenwirkens von Mensch und Natur, das Wissen über die Welt der Geografie, der Astronomie, Geologie, Chemie, Physik und Biologie sowie der Geschichte, Soziologie und Politik zu vermitteln.

Die Zusammenfassung dieser Themen unter dem Begriff der kosmischen Erziehung entspricht der ganzheitlichen Betrachtungsweise von Montessori. Praktische Erfahrung und Experimente sind wichtig und werden durch entsprechende Materialangebote unterstützt.

Als Ergänzung werden Kurse angeboten, in denen die SchülerInnen in Lerngruppen handelnd lernen. Die Inhalte leiten sich aus den amtlichen Lehrplänen ab und umfassen die Kernfächer, die Kosmische Erziehung und den praktisch-musischen Bereich. Die Kursangebote können sich über unterschiedlich lange Zeiträume ausdehnen, werden in der Regel jahrgangsübergreifend angeboten und sind so organisiert, dass die SchülerInnen entsprechend ihren Interessen und Bedürfnissen wählen können.

Projekte, die auch klassen- oder jahrgangsübergreifend stattfinden, behandeln ausgewählte Themen über einen längeren Zeitraum intensiv nach verschiedensten Gesichtspunkten. Handlungsorientiertes Lernen steht dabei im Vordergrund. Als Experten werden Eltern oder externe Fachleute hinzugezogen.

Miteinander Leben und miteinander Lernen stehen im Mittelpunkt. Kooperation, Rücksicht und gegenseitiges Akzeptieren werden betont, falsches Konkurrenzdenken soll vermieden werden. Jahrgangsmischung und klassenübergreifende Kurs- und Projektarbeit leisten hier einen wichtigen Beitrag. Klassen- und Schülerkonferenzen erarbeiten Gemeinschaftsregeln und sichern ihre Einhaltung.

Anstelle von Noten erhält jedes Kind eine individuelle Information zum Entwicklungs- und Lernprozess (IzEL), die sehr detailliert über die verschiedensten Fähigkeiten und ihre Entwicklung im Lauf der Jahre Auskunft gibt. 

In der Primarstufe bilden wir in der Regel Klassen, in denen 26 Kinder aus zwei Jahrgangsstufen zusammengefasst sind. In der Sekundarstufe wird jahrgangsgemischt 5-7 und 8-10 unterrichtet. Kurse und Projekte können Primar- und Sekundarstufenschüler einbeziehen.

Zusätzlich zu AWT bieten wir Betriebsbesichtigungen sowie in der 7. Jahrgangsstufe das Projekt "Pausenverkauf" an. Ab der 5. Jahrgangsstufe absolvieren unsere Schüler jährlich Schnuppertage in Betrieben und mehrwöchige Betriebspraktika. In der 8. und 9. Jahrgangsstufe findet jeweils eine Berufsfindungswoche statt.