Besuch aus Cortona-ein Friedensprojekt

Das Städtchen Cortona nahe dem Trasimener See in der Toskana kennen sicherlich einige aus Urlaubstagen.
Ottobrunn verbindet mit Cortona ein traumatisches Ereignis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Auf dem Rückzug rächte ein deutscher Kommandant einen italienischen Partisanen-Überfall damit, dass er dreizehn Zivilisten in die Luft sprengte. Durch Zufall überlebte ein dreizehnjähriger Junge.
Obwohl in Italien nach dem Kriegsrecht verurteilt, lebte der Ottobrunner Geschäftsmann viele Jahrzehnte unbeschadet in seiner Heimat. Erst nach Freigabe der Kriegsakten wurde er in hohem Alter auch in Deutschland verurteilt.
Die Gemeinde St. Magdalena unter der Organisation von Pater Nobs und Frau Zuber initierte daraufhin mehrere Besuche deutscher Jugendlicher in Cortona, um sich kennenzulernen und gemeinsam zu sprechen und zu arbeiten.
Der einzig Überlebende, inzwischen ein alter Mann, war beigeistert von dieser Art des Austausches, der beitragen soll, Völkerverständigung zu leben.
Heuer waren nun dreizehn Abiturienten des humanistischen Gymnasiums in der Nähe von Cortona mit zwei Lehrerinnen nach Ottobrunn gekommen, wo sie bei Familien unserer Schule aufgenommen wurden.
Die italienischen Gäste wurden nach acht Stunden Fahrt mit dem Zug mit einem Frühstück, das die Schülerinnen und Schüler der Klassen A und C vorbereitet hatten, an der Montessorischule Hohenbrunn herzlich begrüßt.
Nach einer ausführlichen Schulhausführung in der Montessorischule und der Vorstellung Cortonas in Diavorträgen der italienischen Schülergruppe unterhielt man sich beim gemeinsamen Mittagessen in der Schulküche. Nach einem Besuch des Otto-Museums und einer Schulhausführung mit dem Direktor Herrn Lebert, den Geschichtslehrern und Gymnasiasten des Ottobrunner Gymnasiums wurden die italienischen Gäste auch von Ottobrunns Bürgermeister Loderer empfangen. 

Am Freitag organisierte Frau Zuber nach dem gemeinsamen deutsch-italienischen Workshop im NS-Dokuzentrum einen Besuch des KZs  in Dachau, am Samstag standen nach einem herzlichen Empfang vom Ottobrunner Helferkreis mit einem schmackhaften Mittagessen, bereitet von einer iranischen Familie im Rahmen eines sehr interessanten Projekts "Kochen über den Tellerrand" die Stadtführung in München und am Sonntag weitere kulturelle Unternehmungen auf dem Programm.
Am Montagmorgen waren die Gäste nochmals zum Austausch in den Klassen A und C der Montessorischule Hohenbrunn, wo Pater Nobs mit einem Referat zur Recherche der Vorgänge in der NS-Zeit in den eigenen Gemeinden und der Idee einer jeweiligen Homepage mit den deutschen und italienischen Schülerinnen und Schülern diskutierte, ehe die Gäste aus Cortona mit einem Brunch verabschiedet wurden. 

Eine italienische Schülerin meinte beim Abschlussgespräch, es wäre die intensivste Klassenfahrt der letzten Jahre gewesen, da man hier wirklich mit den Menschen in Kontakt gekommen sei und gemeinsam gearbeitet habe.

Vielen Dank allen, die diesen Besuch möglich gemacht und unterstützt haben. Ein großer Dank an Stefania Zuber, die mit äußerst großen Engagement diese Woche organisiert und begleitet hat.

Ich wünsche dem Austausch auch weiterhin viel Erfolg und denke, dass beim einem nächsten Besuch in Cortona auch Schülerinnen und Schüler der Montessorischule Hohenbrunn mit dabei sein werden.

Monika Nather