Lernen mit Herz, Kopf und Hand statt rein rationalemWissenserwerb

Im Rahmen einer neuen Vortragsreihe für Eltern an der Montessorischule Hohenbrunn stellte Professor Doktor Christof Kuhbandner die neuesten Forschungsergebnisse für ideales Lernen dar.

Die Montessorischule Hohenbrunn hat eine neue, für alle Eltern offene Vortragsreihe ins Leben gerufen. In der ersten Veranstaltung am 6. Juli 2017 ging es dabei um das Thema „Lernen heute“ mit den Referenten Monika Nather, Schulleiterin und Lehrkraft der Schule, sowie Professor Dr. Christof Kuhbandner, Leiter des Lehrstuhls für Pädagogische Psychologie an der Universität Regensburg und Vorstandsmitglied der Montessorischule Hohenbrunn.

In seinemVortrag führte Kuhbandner aus Ergebnissen der Hirnforschung und der Verhaltenspsychologie an die Frage heran, welche Voraussetzungen für ein ideales Lernen aus heutiger Sicht in einer Schule gegeben sein müssten. Anschaulich verdeutlichte er den zahlreichen Interessierten, wie „die Welt in den Kopf kommt“ und wie dieser das Lernverhalten eines Menschen steuert. Ein rein rationaler Wissenserwerb, so Kuhbandner, sei dabei keinesfalls mehr das Maß aller Dinge. Vielmehr spricht er mit Pestalozzis „Lernen mit Herz, Kopf und Hand“.

So stelle Wissenserwerb in Verbindung mit emotionalem Lernen und den sogenannten Verhaltensimpulsen die drei Formen des Lernens dar, die langfristig dem gewünschten Ziel des Lernens diene: Kindern beizubringen, sich in dieser Welt „sinnvoll“ zu verhalten. Nicht zuletzt ginge es darum, so Kuhbandner, soziale Kompetenz zu vermitteln, die es jedem Lernenden erlaube, sich selbstbestimmt zu erleben und dabei die Bedürfnisse der Gruppe zu berücksichtigen. Kuhbandner betonte zudem, dass in der heutigen Zeit nicht etwa der Wissenserwerb über die Maschine, sondern vielmehr das Vertrauensverhältnis zwischen Lehrenden und Lernendem gegeben sein müsse.

Das Erleben sozialer Kompetenz, selbstreguliertes Lernen wie auch ein positiver Umgang mit Fehlern seien, so führte Nather den Vortrag fort, Merkmale, die das Lernen an der Montessorischule Hohenbrunn von jeher auszeichnen. Schon ein Kind der ersten Klasse erfährt in den wöchentlichen Assembly-Versammlungen die ganze Bandbreite der Gemeinschaft. So könne sich, so Nather, jedes Kind von der ersten bis zur zehnten Klasse einbringen.

Mehrfach positiv bewertet – unter anderem durch eine Studie der LMU München - konnte sich die Schule in diesem Jahr die Teilnahme an dem „Jeder ist besonders“ – Transferzirkel der deutschen Schulakademie sichern.

Die Schule sei auf einem guten Wege, stellte Nather an den Schluss des knapp zweistündigen Vortrages, jedoch sei eine Schule nur so gut, wie sie sich dem Wandeln des Lernens öffne.