Medienkompetenz für unsere Kinder

Der Umgang mit neuen Medien und Smartphones war Thema eines Vortrags in der Montessorischule Hohenbrunn.

Die Welt hat sich verändert. Es gilt nicht mehr: "Was sehe ich?", sondern: "Sieht die Welt mich"? Die Welt: im Zeichen der Selfies und der Vernetzung via Facebook, Instagram und WhatsApp. So begann Uwe Buermann seinen Vortrag. Er ist freier Medienberater und wissenschaftlicher Mitarbeiter des IPSUM-Instituts (Institut für Pädagogik, Sinnes- und Medienökologie).

"AGB, wer liest das?" fragte Buermann in die Runde. Durch das Akzeptieren von AGB kommen Verträge zustande, ohne daß es den meisten Nutzern bewußt ist. Veranschaulicht wurde dies am Beispiel von Facebook, wo der Nutzer die Rechte an den eigenen Texten, Fotos und Videos abtreten muß. Weiter ging es um Themen wie die weltweite Rechteverwertung, Urheberrechtsverletzungen, Verschlüsselung und die Protokollierung des Benutzerverhaltens.

Buermann untermauerte dies mit Beispielen aus der eigenen Praxis: Ein auf Facebook gepostetes Bikinifoto einer Jugendlichen könne ohne deren ausdrückliche Zustimmung von Facebook an Werbeagenturen weitergegeben werden, und sie findet ihr Foto auf Sonnencremetuben im Supermarkt wieder -- weil man bereits über die AGB Facebook alle Nutzungsrechte eingeräumt hat. Oder: Ein Bub nimmt das Foto eines Fußballstars aus einer Zeitschrift und teilt es auf Facebook, Facebook verkauft das Foto weiter, wird vom Rechteinhaber verklagt, aber den Schadenersatz müssen letztlich die Eltern des Buben bezahlen -- weil man bereits über die AGB versichert hat, daß man selbst die Rechte an geposteten Inhalten innehat und Facebook ggf. freihält von etwaigen Ansprüchen Dritter.

Nicht allen Eltern ist bewußt, daß sie letztlich für das haften, was ihre Kinder mit dem Smartphone anstellen. Denn Inhaber von SIM-Karten müssen mindestens 16 Jahre alt sein, meist sind also die Eltern Inhaber der SIM-Karte -- und dieser haftet, genauso wie der Anschlußinhaber beim Festnetz. Problematisch auch der unkontrollierte Internetzugang, durch den unsere Kinder über wenige Klicks mit bedenklichen Inhalten konfrontiert werden können, beispielsweise mit brutalen Videos von Terroristen.

Buermann rät Eltern: "Schau hin, was Dein Kind tut, und suche das Gespräch mit ihm." Hier sind wir alle gefragt. Ansonsten: "Begleiten, begrenzen und beten!"

Die Aktualität des Themas und das Interesse der Eltern daran spiegelte sich in der gut gefüllten Turnhalle der Montessorischule. Tags darauf besuchte der Vortragende die Klassen 4 bis 8 und diskutierte dort mit den Kindern rege über Smartphones und Internet.

Weitere Informationen zu diesem Thema: Die EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz: www.klicksafe.de