Präsentation der Facharbeiten 2014

Didgeridoo trifft Roboter

Präsentation der „Große Arbeit“ an der Montessorischule Hohenbrunn – 24 Schüler meistern den letzten Schritt zum erfolgreichen Abschluss

Die letzte Etappe auf dem Weg zum Montessori-Abschluss ist vollbracht: Am Donnerstag, den 9. Oktober präsentierten 24 Neuntklässlerinnen und Neuntklässler der Montessorischule Hohenbrunn ihre „Große Arbeit“. Die Themen hatten sie ihren eigenen Interessen und Talenten entsprechend selbst gewählt; sie reichten vom Parabolspiegel bis zum Poetry Slam und vom Handball bis zur High Fashion. Vor rund 300 Besuchern stellten die Schüler eindrucksvoll die in ihrer Schullaufbahn erworbenen Kompetenzen unter Beweis – insbesondere das selbstständige Erarbeiten eines Themas in Theorie und Praxis sowie die souveräne Präsentation der Ergebnisse. „Diese Jugendlichen sind gewappnet für das, was auf sie zukommt , ob weitere Schulkarriere oder Beruf“, so der prägnante Kommentar eines Gastes.

„Erzähle mir und ich vergesse. Zeige mir und ich erinnere mich. Lass es mich tun und ich verstehe.“ Mit diesen Worten des chinesischen Philosophen Konfuzius eröffnete Schulleiterin Walburga Kortz den festlichen Abend in der Turnhalle der Schule. Ihre Kollegin Monika Nather unterstrich ebenfalls, was die „Große Arbeit“ auszeichnet: sich selbst aktiv und mit viel Kreativität in ein Thema vertiefen, mit auftretenden Herausforderungen umgehen und dabei Vertrauen und Unterstützung erfahren. Die beiden Schulsprecherinnen sprachen den Vortragenden Mut zu, erinnerten sie sich doch selbst noch genau an ihren Auftritt an gleicher Stelle vor einem Jahr: „Es ist ein großartiges Gefühl, über das zu sprechen, womit man sich so lange beschäftigt hat.“

Über mehrere Monate hatten sich die jetzigen Neuntklässler, begleitet von Mentoren, ihre Fach­arbeit erstellt, die einen schriftlichem und praktischem Teil sowie ein Kolloquium umfasst. Die abschließende Präsentation vor großem Publikum bildete den krönenden Abschluss: In etwa fünfminütigen Vorträgen entführten die Jugendlichen die Gäste auf kurze, intensive Reisen in die Theorie und Praxis ihrer Fachgebiete und erläuterten ihren persönlichen Bezug zum jeweiligen Thema.

Wie verhält sich eine intelligente Roboterhand im Gegensatz zu einem Industrieroboter? Diese spannende Frage erörterte ein Schüler, der beide Typen kurzerhand nachgebaut hatte. Ihren ausgeprägten Forschergeist stellten auch zwei Redner unter Beweis, die sich mit den Themen „Optische Täuschungen und Illusionen“ und „Parabolspiegel“ befassten – ebenfalls jeweils mit beeindruckenden selbst gebauten Anschauungsbeispielen.  Ein Jugendlicher hatte nach eigener Krankheitsdiagnose die Arbeit genutzt, um sich intensiv mit dem Thema „Diabetes Typ I“ zu befassen. Sein bewegendes Fazit: die Krankheit als „Anreiz, Probleme anzupacken und zu meistern.“

Fragen rund um Gesundheit und Ernährung standen auch beim Vortrag über „Vegetarische Ernährung“ im Fokus. Ein Schüler machte dem Publikum die „Thailändische Küche“ schmackhaft, während ein Kollege für sein Tee-Referat selbst Kräuter angebaut und verschiedene Teemischungen kreiert und verglichen hatte. Ebenfalls um kulinarische Belange drehte sich die Präsentation „vom Korn zum Brot“, dessen Referent mitreissend das „ehrliche Backhandwerk“ vertrat.

Noch mehr Einblicke in die Kunst des Handwerks konnten die Zuschauer bei den Ausführungen zu den Themen „Drechseln“ und „Bogenbau“ gewinnen  - natürlich wieder veranschaulicht durch selbst hergestellte „Meisterstücke“. In die exotische Welt der Shishas entführte ein Schüler die Gäste mit Vortrag, Film und selbstgebauten Wasserpfeifen. Und selbst die Montessorischule war zu begutachten – im Kleinformat, gebaut im Rahmen einer Arbeit zum Thema „Modellbau in der Architektur“. Mit Kreativität und Stilsicherheit glänzten drei Schülerinnen, die sich die Themen „Modezeichnen“, „echtes Leder“ und „High Fashion“  auf die Fahnen geschrieben hatten und ihre selbst gefertigten Kleidungsstücke aus Stoff, Leder und sogar echten Vinyl-Schallplatten präsentierten.

Gänsehaut und donnernden Applaus gab es auch bei weiteren künstlerischen Beiträgen: Mit einem überlebensgroßen Graffiti-Schablonen-Werk – und dem klaren Statement „weil mir die Welt nicht egal ist!“ - krönte eine Schülerin ihre Arbeit über den Graffitikünstler Bansky. Ebenfalls eine eigene Botschaft vermittelte ihre Mitschülerin, die intensiv in das Thema Poetry Slam eingetaucht war und die Zuhörer mit einem selbst geschriebenen und ausdrucksvoll vorgetragenen Gedicht in ihren Bann zog. Noch mehr Ohrenschmaus erwartete das Publikum bei einem Stück auf dem Digderidoo, das die Vortragende passend zu ihrem Thema „Aborigines“ gebaut hatte.

Einen Einblick in die Vielfalt sportlicher Hobbies gewährten die Schüler mit ihren Beiträgen rund um Kajak, Kanusport im Wildwasser, Handball und Ski alpin. Eine Spitzentänzerin und ein Fallschschirmspringer ließen die Zuschauer sogar mittels eines selbst gedrehten Films an ihrer Leidenschaft teilhaben.

In den Pausen bedienten sich die Gäste an vielfältigen Fingerfood-Leckereien – um dann an den Ständen das Gespräch mit den „Experten“ zu suchen und natürlich die Eigenfertigungen zu bestaunen, vom Bogen über die selbst gedrechselte Kugel und die Skier aus Birkenholz bis hin zu Kanu und Paddel. An den Ausstellungsständen konnten sie zudem Kostproben naschen und eine Vielfalt an Informations- und Anschauungsmaterial betrachten, und natürlich lag die frisch gedruckte Facharbeit zum Lesen bereit.

Den Rahmen für den Abend hatte das Technik-Team geschaffen, das für die Darstellung der Präsentationen, gelungene musikalische Übergänge und die professionelle Videoübertragung  der Redner auf eine Großbildfläche sorgte. Viele weitere Helfer leisteten ihren Beitrag zu dem besonderen Anlass, von zahllosen Eltern, die das Büffet möglich gemacht hatten, bis hin zu „Security“ und Parkeinweisungen durch die Zehntklässler.

Mit lang anhaltendem Applaus honorierte denn auch das Publikum den Abend – und seine Protagonisten: Antje Wabnitz, Vorsitzende des Trägervereins der Schule, beglückwünschte jeden einzelnen Schüler persönlich zum bestandenen Montessori-Abschluss. Den glitzernden Abschluss des Abends bildeten traditionell die alkoholfreien Cocktails, mit denen die Neuntklässler auf ihren Erfolg anstoßen konnten.


Text: Anke Trutter
Fotos: Marion Adlkirchner