Die "Große Arbeit" 2013

Von Reggae-Beats bis zur Monte-Torte

Präsentation der Facharbeiten an der Montessorischule Hohenbrunn

Es ist ein Highlight im Jahreskalender der Montessorischule: Am 10. Oktober 2013 präsentierten 26 Schülerinnen und Schüler der neunten Klasse ihre „Große Arbeit“ und erlangten damit den Montessori-Abschluss. Die rund 300 Zuschauer zeigten sich von der Vielfalt und Originalität der Themen genauso beeindruckt wie von der Souveränität und Begeisterung, mit der die Schüler diese vortrugen.

In den letzten Wochen und Monaten hatten die Neuntklässler, betreut von Mentoren, zu einem selbst gewählten Thema ihre „Große Arbeit“ angefertigt, die einen schriftlichen und praktischen Teil sowie ein Kolloquium umfasst. Ihre Ausstellungsstände hatten sie kunstvoll mit Postern, selbst gebastelten Modellen und allerlei Informations- und Anschauungsmaterial gestaltet. An diesen Ständen gab es bereits zu Beginn des Abends Kostproben zu naschen, Modelle zu bestaunen und eine Vielzahl von Fotos und Bildern zu betrachten – und natürlich lag die frisch gedruckte Facharbeit zum Lesen bereit.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Schulleiterin Walburga Kortz und Lehrer Heiko Drube wünschten die beiden Schulsprecher Susanne Hahn und Simon Koch ihren Mitschülern viel Glück bei ihrem Vortrag. Philipp Malburg löste die deutlich spürbare Spannung mit rockigen Klängen seiner E-Gitarre und eröffnete die bunte Reihe der Präsentationen. Rund fünf Minuten hatten die Schüler Zeit, dem Publikum ihr Thema nahe zu bringen.

Die Schüler und Schülerinnen stellten die Arbeit von Greenpeace vor und einen Tierschutzverein, der Straßenhunde rettet. Die Firma H&M wurde kritisch beleuchtet und Louisa Pinar ging der Frage nach, warum wir uns teure Apple-Geräte kaufen. Auch das schwierige, aber faszinierende Thema „Liebe in der Pubertät“ war dabei, abgerundet durch eine interessante Umfrage.

Manche der praktischen Arbeiten konnte das Publikum hautnah erleben, wie Charlotte Manias eigene Kreation ("Meinen praktischen Teil habe ich an."), die verschiedenen Techniken des Volleyballspiels und die Turneinlage von Fiona Mensch und ihren Kolleginnen, die mit Flic Flacs und Salti durch die Turnhalle fegten. Andere Arbeiten warteten mit verborgenen, aber nicht minder faszinierenden Details auf, wie das E-Bike, das Christoph Mehl auf 75km/h getunt hatte, und das zwölf Kilogramm leichte selbst gebaute Dirt Bike von Jason Stockhammer.

Eindrücke aus fernen Ländern präsentierte Magdalena Huber, die New York mit der Kamera durchstreift hatte, und Silde Niang, der auf den Spuren seines Vaters im Senegal unterwegs war. Die Vortragenden entführten das Publikum auf das Oktoberfest, in das Barockzeitalter, in dem Pferde rund 40 Jahre alt wurden, in die knifflige Welt von Origami und Tattoos und präsentierten schmackhaft die kulinarischen Weiten von Torten, Schokolade und Pralinen.

Alle für einen, einer für alle - das war nicht nur Motto bei Sidney Seck, der die Regeln und die Geschichte des Volleyballspiels vorstellte, sondern auch bei Malte Mählmann, der über die Pfadfinder berichtete. Johanna Sagner erklärte, was Celebralparese ist und Elisa Pflaum stellte Bob Marley und seine Musik vor. So war jede Themenwahl etwas ganz Persönliches, vergleichbar mit den Melodien für die einzelnen Charaktere eines Films, die Johanna Alz präsentierte.

Sogar die Pause war noch spannend: Matthias Demeter hatte das THW mitgebracht und hob einen Schrott-Container mit Luftkissen und Hydraulikpumpen in die Höhe. Die kurze Pause nutzte das Publikum auch, um sich am vielseitigen Elternbüffet zu stärken und die Stände der Schüler genauer in Augenschein zu nehmen. Und nicht nur das: ganz Schnelle konnten auch noch ein Stück der Monte-Torte, Schokoladen- oder Pralinenkostproben ergattern.

Viele fleißige Hände hatten diesen feierlichen Abend möglich gemacht: die Achtklässler und viele Eltern zauberten die Häppchen für das Büffet, die Zehntklässler übernahmen die Security vor der Schule beim Parken der Autos und am Eingang, das Technik-Team sorgte für die Monitor-Übertragung und Darstellung der Bilder und Musik und die Schüler der Primarstufe durften bei der Generalprobe dabei sein.

Unter lang anhaltenden Applaus beglückwünschte Antje Wabnitz, die Vorsitzende des Trägervereins der Montessorischule, jeden einzelnen der 26 Schüler zu ihrem bestandenen Montessori-Abschluss. – und traditionell stießen die Schüler mit glitzernden Cocktails auf ihren Erfolg an.

Fotos: Gunter HahnText: Sabine Emmerling / Ilona Reinhart