Die große Arbeit 2012

Von Bubble Tea bis Franz Marc

Präsentation der Facharbeiten an der Montessorischule Hohenbrunn


Am Donnerstag, den 18. Oktober, war es wieder so weit. 26 Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe der Montessorischule Hohenbrunn präsentierten ihre Facharbeiten und erlangten damit den Montessori-Abschluss. Die Bandbreite an Themen faszinierte wie jedes Jahr das zahlreich erschienene Publikum.

Deutlich spürbar lag die Nervosität zu Beginn der diesjährigen Präsentation der Facharbeiten in der Luft, während sich die Turnhalle der Montessorischule Riemerling langsam füllte. Zu beiden Seiten waren die Stände der insgesamt 26 Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse aufgebaut, kunstvoll gestaltet mit Postern, selbst gebastelten Modellen, allerlei Informations- und Anschauungsmaterial –  und natürlich mit der über die letzten Wochen und Monate entstandenen schriftlichen Facharbeit, der „Großen Arbeit“, wie Maria Montessori sie genannt hat. Mit der Facharbeit erlangen die Schülerinnen und Schüler ihren Montessori-Abschluss. Kein Wunder also, dass so mancher die verbliebene Zeit vor dem großen Auftritt nutzte, um noch einmal seine Rede durchzulesen und sich mental auf die Präsentation vorzubereiten. Schon bald hatte sich die Turnhalle komplett gefüllt; einige der Gäste mussten sogar mit Stehplätzen vorlieb nehmen.

Schulleiterin Walburga Kortz eröffnete den Abend mit einer Begrüßung der Gäste. Ottobrunns Bürgermeister Thomas Loderer war gekommen und auch der Konrektor der Riemerlinger Carl-Steinmeier-Mittelschule Martin Förster. „Seit Tagen herrscht emsiges Treiben. Alle helfen zusammen, alle sind aufgeregt, die Eltern mehr als die Kinder,“ beschrieb Walburga Kortz die Stimmung in der Schule vor diesem großen Tag. Nach einer musikalischen Überleitung – die Schülerin Eva Huber sang ein Lied von Adele – erklärte die Schulleiterin der Sekundarstufe, Monika Nather, die Bedeutung der „großen Arbeit“. Die Schüler suchen sich selbst ein Thema, das sie sich mit der Unterstützung von Mentoren erarbeiten. Die Facharbeit besteht aus einer schriftlichen Arbeit, einem Kolloquium und einem praktischen Teil. Die Präsentation vor großem Publikum schließlich stellt einen Höhepunkt in der Schullaufbahn der Schüler dar. Viel Glück und gutes Gelingen wünschten denn auch die Schülersprecher Julian Kraemer, Anne Bley und Rebecca Simon ihren Mitschülern. Sie konnten gut nachfühlen, wie sich ihre Schülerkollegen jetzt wohl fühlen mochten. Letztes Jahr waren sie schließlich selbst am Rednerpult gestanden.

Knapp fünf Minuten dauerten die unterhaltsamen Vorträge, in denen die Jugendlichen mit viel Souveränität Informatives über ihr Fachgebiet erzählten. Wieder einmal überraschte die große Bandbreite der Themen: von der Glasherstellung über den Traum und seine Bedeutung, den Fotoapparat, die Werbepsychologie oder den Klimawandel bis hin zur Speiseeis, Pizza und alkoholfreiem Bier. Künstlerisches Talent bewiesen Lena Ingrisch und Lena Rosner, die Bilder im Stil von Franz Marc bzw. des „Blauen Reiter“ gemalt hatten. Besonders unterhaltsam waren eine Dog-Dance-Vorführung von Marie Meyer und ihrer Hündin Rosi sowie Vincent Schaers Kurzfilm über die Tücken einer Fahrt im Paternoster. Rasant wurde es bei Leonhard Huber, der über sein Hobby Motocross berichtete. Damit das Publikum den Nervenkitzel bei einem Motocross-Parcours nachvollziehen konnte, hatte er die riskante Fahrt mittels einer auf den Helm montierten Kamera gefilmt. Beeindruckend waren auch die Salti und Schrauben, die Matheo Dietrich in seinem Film auf dem Trampolin zeigte. Bei Shari Gurskys Vortrag „Die Wunderwelt des Lernens“ musste das Publikum selbst aktiv werden und eine Rätselaufgabe lösen, wobei die eine Hälfte des Saals das Rätsel mithilfe eines Bildes lösen konnte, während die andere Hälfte eine Art „Textaufgabe“ gestellt bekam, was sich als viel schwerer erwies. Besonderen Spaß hatten jedoch drei Schüler bei der Erarbeitung ihres praktischen Teils gehabt: Marco Trione hatte Speiseeis hergestellt, Luca Montalto italienische Pizza, und Benedikt Auracher durfte sich durch viele Sorten alkoholfreien Bieres kosten. Die Präsentation der Facharbeiten beschloss Clara Emmerling mit ihrem Vortrag über „Werbepsychologie“. Als praktischen Teil hatte sie ein Experiment zum Markenbewusstsein durchgeführt. Sie hatte ihre Probanden Schokolade testen lassen, einmal blind, einmal offen, wobei sich ihre Vermutung bestätigte: Kaum einer konnte sich von dem Einfluss der Werbung frei machen.

In der Pause und nach der Präsentation war ausreichend Gelegenheit für die neugierig gewordenen Gäste, sich den einen oder anderen Stand genauer anzusehen. Hier gab es ein physikalisches Experiment zur Wirkung von CO2 zu bestaunen, dort einen Motocross-Anzug. Liza Lohmann hatte eine Camera obscura nachgebaut, und Lenz Karbaumer erklärte anhand eines selbst gebauten Modells, warum eine Achterbahn nicht entgleisen kann.
Zum Schluss kamen alle Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe noch einmal auf die Bühne. Die Vorstandsvorsitzende des Trägervereins, Antje Wabnitz, gratulierte allen mit den Worten „Der Montessori-Abschluss – er ist geschafft für diesen Jahrgang!“ Dann gab es für alle Neuntklässler den traditionsreichen und natürlich alkoholfreien Cocktail und viel Applaus.
Text: Anissa Nasser, Fotos: Gunter Hahn