Mit Flipflops neue Wege beschreiten

Abschlussfeier
der neunten und zehnten Klassen
der Montessorischule Hohenbrunn

Riemerling: Am Dienstag, den 24. Juli 2012 feierten die Absolventen der Montessorischule Hohenbrunn bei schönstem Sommerwetter ihre Schulabschlüsse mit ihren Eltern, Lehrerinnen und Lehrern. Stolz auf sich konnten die Schülerinnen und Schüler der neunten und zehnten Klassen allemal sein, denn alle, die an den Prüfungen zum Qualifizierten Hauptschulabschluss bzw. zum Mittleren Bildungsabschluss teilgenommen hatten, haben bestanden, einige sogar mit ausgezeichneten Noten. Die Jahresbesten wurden von Hohenbrunns Bürgermeister Dr. Stefan Straßmair ausgezeichnet.

Der Abend begann mit dem feierlichen Einmarsch der Schülerinnen und Schüler der neunten und zehnten Klassen in die bestuhlte und festlich geschmückte Turnhalle. Flipflops säumten den Weg der jungen Männer, die teilweise im Anzug erschienen waren; nicht weniger schick präsentierten sich die jungen Frauen … zumeist in gefährlich hohen Schuhen. Nach der Begrüßung der Gäste und der anwesenden Honoratioren, des Hohenbrunner Bürgermeisters Dr. Stefan Straßmair und des Vertreters Hans Schmidt der Partnerschule in Haar, Herrn  Peter Schließl  – Frau Retzer und Herr Braun von der Partnerschule in Oberhaching waren leider verhindert – wies die Schulleiterin der Primarstufe, Walburga Kortz, denn auch humorvoll auf das Geschenk für die Absolventen hin: Flipflops. Die Idee dazu stammte von einer brasilianischen Hochzeit. Dort waren die sommerlichen Badelatschen an alle Gäste verteilt worden, damit diese mit fortschreitendem Abend die High Heels gegen die bequemen Treter eintauschen konnten. Auch den Schülerinnen und Schülern sollen die Flipflops helfen, neue Wege zu bestreiten. Motto des  Abends war schließlich:  „Wege entstehen beim Gehen“.

 „Geht mutig euren eigenen, ganz individuellen Weg.“ – „Trau dich, auch Umwege zu gehen.“ – „Entscheide dich bewusst für einen Weg; an der Wegkreuzung kannst du dir wieder einen neuen Weg suchen.“  Dies waren einige der Ratschläge, die Walburga Kortz und die Schulleiterin der Sekundarstufe, Monika Nather, den Schülerinnen und Schülern mit in den neuen Lebensabschnitt gaben. Auch Dr. Stefan Straßmair nahm das Bild des Weges in seiner Ansprache auf: „Ihr seid einen schönen Weg bereits gegangen, aber jetzt geht ihr euren Weg weiter,“ ermunterte er die Schulabsolventen und überreichte den Jahrgangsbesten  ein Geschenk.

Nach musikalischen Einlagen von Christian Ingrisch, Julian Zuber , Annabelle und Leonora Cabras  sowie Eva Huber kamen die Schülersprecher, Antonia Obele und Paul Zock, die Vorstandsvorsitzende des Elternkreises Montessorischule München-Land  e.V. Antje Wabnitz sowie Anke Lunemann, die ehemalige Vorstandsvorsitzende zu Wort. In ihrer „Mütterrede“ blickte sie im Zwiegespräch mit ihrer Tochter Antonia nicht ohne Wehmut auf 17 Jahre als „Montemama“ zurück: „Es war eine gute Zeit.“ Auch wenn die Montessorischule den Eltern viel Vertrauen abverlange, dort wo jene sich vielleicht mehr Kontrolle wünschten. Verabschiedet wurden auch die Lehrer Peter Phillipsen und Ulrike Heyde.

Und dann war es so weit: Die Zeugnisse wurden an die Schüler verteilt. Vom Elternbeirat erhielten alle Neuntklässler eine DVD mit der Präsentation Ihrer Facharbeit und die Zehntklässler ein Handtuch  mit Montessori-Logo zum Entspannen nach dem Prüfungsstress. Den offiziellen Teil beschlossen Sandra Bär und Susanne Hahn mit Klavier und Gesang.

Reichlich Gelegenheit zum Plaudern mit anderen Eltern, Lehrerinnen und Lehrern gab es am reichhaltigen Buffet und im Pausenhof, der sich in einen gemütlichen Biergarten verwandelt hatte, die Tische hübsch mit Efeu und Lilienblüten geschmückt.

Frisch gestärkt versammelte sich das Publikum danach in der Aula zum inoffiziellen Teil der Veranstaltung. Der Elternbeirat hatte eine Lehrerprüfung vorbereitet. Die Sekundarstufenlehrer sollten in einem launigen Quiz unter Beweis stellen, dass sie genügend Qualitätsmerkmale besäßen, um hochmotivierte Montessorischüler zur Prüfung zu begleiten. Dazu mussten sie Montessoribegriffe wie „Morgenkreis“, „vorbereitete Umgebung“ oder „innerer Bauplan“ pantomimisch darstellen bzw. zeichnen und erraten. In der zweiten Runde ging es darum, Abkürzungen wie „KTB“ (Kommunikationstechnischer Bereich) oder „PCB“ (Physik, Chemie, Biologie) möglichst schnell zu erklären. Während sich die Jury zur Beratung zurückzog, sangen alle zusammen den „IzEL-Kitzel“-Rap (IzEL = Informationen zum Entwicklungs- und Lernprozess). Schließlich wurden die Mühen der Sekundarstufenlehrer mit einer Urkunde und einem Geschenk belohnt. Den Abschluss bildete der Lehrerbeitrag für die Absolventen. Über jeden Schulabgänger hatten die Lehrer kurze, liebevolle Gedichte verfasst. Erstaunlich schnell waren dann alle Schülerinnen und Schüler zur Fortsetzung der Party – natürlich ohne Eltern – im Wald verschwunden … viele davon in Flipflops.

Text: Anissa Nasser, Fotos: Gunter Hahn