Bunter Reigen interessanter Themen

Präsentation der Facharbeiten an der Montessorischule Hohenbrunn

Am Donnerstag, den 28. Oktober, haben die Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse ihre Hohenbrunner „Montessori-Laufbahn“ mit der Präsentation ihrer Facharbeiten abgeschlossen.

Die Turnhalle der Montessorischule Hohenbrunn hat einmal mehr ihre Vielseitigkeit unter Beweis gestellt: Am Donnerstagabend zeigte sie sich in ihrem festlichen Gewand und bildete den würdigen Rahmen für die Präsentation der Abschlussarbeiten der Neuntklässler. Die Schülerinnen und Schüler, die sich seit Wochen auf dieses Ereignis vorbereitet hatten und ihrem Referat mit großer Anspannung entgegenfieberten, schlüpften in die Rolle von professionellen Präsentatoren ihres Wunschthemas, welches sie sachkundig dem zahlreich erschienenen Publikum vorstellten. Dabei stand in diesem Jahr die Beschreibung einer praktischen Arbeit im Fokus, in der die verschiedenen Interessen, Neigungen und Talente der Schüler zur Geltung kamen.

So schilderte Sohal Kaleki die Hochzeitsbräuche aus Afghanistan am Beispiel der Heirat ihrer Schwester, Antonia Lunemann stellte die Tiergestützte Therapie vor und Antonia Obele setzte sich kritisch mit dem Thema Drogen auseinander. Das Auditorium, darunter die Schulleitung der Partnerschule aus Oberhaching, Carmelina Retzer und Günter Braun, sowie der ehemalige Schulamtsdirektor München-Land Anton Schonlau, bekam auch Einblicke in handwerkliche Tätigkeiten. Die Spannweite reichte von historisch – den Nachbau einer ägyptischen Pyramide und einer Trommel der Mandan-Indianer – über zeitgemäß – Tami Obermeiers Camera Obscura, Jonas Hilmers Modell eines Kettenkarussells auf dem Oktoberfest und die Glasbläserkunst von Timo Leeser – bis hin zu zukunftsorientiert – die Installation einer Photovoltaik durch Paul Bloching.

Das Ergebnis der praktischen Arbeiten war aber auch ein Festival für die menschlichen Sinne. Francesca Bauer kreierte ihr eigenes Parfüm, und am Stand von Paul Zock roch es nach Oliven, über deren Anbau und Verwendung als Öl er berichtete. Die Geschmacksnerven wurden durch die Pralinenkompositionen von Judith Wambach gekitzelt, auch bei den Themen Kartoffeln und den selbst gemachten Kaugummis von Janina Matthias gab es Kostproben. Optische Reize setzten die Vorträge über Mode und Film: Während Leo Jüsten über die Entstehung seines Films zum Fanverhalten referierte und Amelie Mittlmeier ihre Kreativität in einen Werbefilm einfließen ließ, stellten Tobias Steigenberger sein Graffiti und Beatrice Zuber ihre selbst entworfene Haute Couture vor. Und jeweils zum Abschluss der beiden Vortragsblöcke des Abends gab es auch was „auf die Ohren“: Leon van Deun und Nicolas Zuber ließen es krachen und zogen das begeisterte Publikum mit selbst getexteten Raps in ihren Bann.

Die persönliche Entwicklung der Montessori-Schüler durch ihre „große Arbeit“ und das Glücksgefühl nach deren Bewältigung zog sich wie ein roter Faden durch den Abend. Bereits bei der Begrüßung durch Walburga Kortz und Monika Nather von der Schulleitung und durch die Schulsprecher war das besondere dieses Abends spürbar. Spürbar war auch, was Maria Montessori mit den Worten beschreibt: „Das Kind studiert sich in seinen Werken und wird Herr seiner selbst.“ So nahmen nach einem gelungenen Abend und nach den Schlussworten der Vorsitzenden des Vorstands, Anke Lunemann, gereifte und glückliche Persönlichkeiten den traditionell verabreichten – und natürlich alkoholfreien – Cocktail zu sich. Sie konnten sich und die erfolgreiche Präsentation ihrer „großen Arbeiten“ verdientermaßen feiern. 

Text: Carsten Matthias, Fotos: Gunter Hahn