Von Klezmer bis a capella

5. Musikabend an der Montessorischule Hohenbrunn

Riemerling: Am Donnerstag, den 19. Mai 2011 fand bereits zum fünften Mal ein Musikabend in der Montessorischule Hohenbrunn statt, bei dem Eltern und Lehrer der Schule ihr musikalisches Können unter Beweis stellten.

Dem schönen Grillabendwetter zum Trotz waren viele Gäste an diesem Donnerstagabend gekommen, um einen der beliebten Musikabende der Montessorischule Hohenbrunn zu genießen. Während die Musiker, von Nervosität geplagt, noch die Instrumente zurechtrückten und letzte Vorbereitungen trafen, genoss das Publikum ein Gläschen Begrüßungssekt und nette Gespräche mit den anderen Eltern und Lehrern.

Mit einem Zitat von Johann Gottfried Seume "Wo man singt, da lasse dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder" wurde die Veranstaltung eröffnet. Los ging es musikalisch mit dem Höhenkirchner Blockflötenensemble. Das "Quartett der Mäuse" des zeitgenössischen Komponisten Hans Posegga passte perfekt zum Aufführungsort "Schule": Es beinhaltet die Titelmelodie der "Sendung mit der Maus". Danach spielten Marion Sagner, Petra Hamberger, Petra Demmel und Julia Matella noch zwei Stücke von den Beatles: "Yellow Submarine" und "Yesterday".

Mit viel fränkischem Charme sagte Karl Mehl seinen Beitrag an und verzichtete darauf, die Namen der einzelnen Sätze zu nennen: "Wenn ein Frange versuchd, Französisch zu sprechen, dann gibt das eine Gadaschdrophe". Die Französische Suite E-Dur von Johann Sebastian Bach und den Impromptu Es-Dur von Franz Schubert spielte er dann aber virtuos. Die Hände flogen nur so über die Tasten.

Mit Klezmer-Musik, d.h. jüdischer Volksmusik, ging es dann weiter. Die Musiklehrerin Claudia Mladek, begleitet am Klavier von Ulrich Lukas, spielte auf ihrem Saxophon unter anderem das bekannte Stück "Zemer Atik". Da die beiden Musiker mit dem eigentlich letzten Musikstück als Abschluss nicht zufrieden waren, setzten sie noch eines nach: "Wir brauchen einen besseren Schluss. Deswegen gibt's jetzt noch ein Halleluja."

Nach der Pause kamen "dog's breakfast" auf die Bühne. Ob sich die Band nach der gleichnamigen kanadischen Filmkomödie (2006) benannt hat? Höchst amüsant waren die Beiträge von Tobias und Jo Winstel, Peter Geierhaas, Gerd Reger und Dr. Stefan Merkle allemal. Von a capella-Songs wie "For the Longest Time" von Billy Joel oder aktuellen Pop-Songs wie Jason Mraz' "I'm Yours" bis hin zu eigenen Kompositionen ihrer "In-Würde-altern-Tour 2007 – 2020" reichte das Repertoire. Da passte es bei einem Lied über Jugendwahn ganz gut, dass Jo Winstel seine Lesebrille so lässig auf den Kopf geschoben hatte, wie man sonst eine Sonnenbrille trägt.

Während der kleinen Umbaupause waren die Zuhörer dann selbst gefragt. Zusammen stimmten sie Reinhard Meys "Über den Wolken" und "Probier's mal mit Gemütlichkeit" aus dem Dschungelbuch an – mehr oder weniger harmonisch ...

"Ah Afrika, ah Bavaria, jetzt samma da" – die WONNEbeats verzauberten das Publikum mit a capella-Gesang, vielfältigen Percussion-Instrumenten und viel Humor. Dabei entführten die "Rhythmus-Schwestern", Andrea Schick, Barbara Fried und Julia Braun-Podeschwa, die Zuhörer auf eine Klangreise um die Welt: nach Afrika, Brasilien und last but not least Bayern. Viel Applaus erntete auch der "Wonnegschtanzl", der von Holzlöffeln rhythmisch begleitet wurde.

Doch hier war die musikalische Weltreise lange nicht zu Ende. Auch die 1997 gegründete Gruppe NANELA (www.brichzin.de/nanela) begeisterte das Publikum mit einem Salsa-Afro-Samba-Jazz-Cocktail aus selbst geschriebenen Stücken. Martin Lieckfeld, Peter Brichzin, Christoph Weiss, Beate Ecker und Georg Wiedmann zeigten viel Lust am Improvisieren. Und die Zuhörer hielt es nicht mehr auf den Stühlen, auch wenn so mancher besorgt dem Donnergrollen lauschte, das sich unüberhörbar unter die Musik mischte.

Text: Anissa Nasser, Fotos: Sabine Emmerling