"Unsere Schule ist ein Fest"

Die Montessorischule Hohenbrunn feiert ihr 25-jähriges Jubiläum

Anlässlich ihres 25-jährigen Bestehens fand am Donnerstag, 14. Oktober 2010 in der Montessorischule Hohenbrunn ein feierlicher Festakt statt. Höhepunkt des Abends war ein Vortrag des bekannten Montessori-Pädagogen Claus-Dieter Kaul.

"Wie kann man Zeit begreifen", so philosophierte Zauberer Gaston, der mit viel Humor und Weisheit durch den Punkt 18 Uhr mit Pauken und Trommeln eröffneten Jubiläumsabend der Montessorischule Hohenbrunn führte. Aber nicht nur er sinnierte über ein Vierteljahrhundert Montessoripädagogik in Hohenbrunn, sondern auch die Schulleiterinnen Walburga Kortz und Monika Nather, die Vorstandsvorsitzende Anke Lunemann sowie die geladenen Gäste. Wie Königinnen und Könige im Märchen durften sie auf einem goldenen, mit rotem Samt überzogenen Thron Platz nehmen, um von dort aus ihre Geburtstagsgrüße zu verkünden. Landrätin Johanna Rumschöttel lobte das Konzept der Schule, die Leiterin des staatlichen Schulamts, Evelyn Sehling, zeigte sich von der Lebendigkeit und Lebensfreude, die hier herrsche, beeindruckt, und der Hohenbrunner Bürgermeister, Dr. Stefan Straßmair, meinte, er freue sich immer wieder, in diese "coole" Schule eingeladen zu werden. Schon fast märchenhaft war die Entwicklung der Schule, seit sie am 15.10.1985, damals noch ganz klein in der Siegertsbrunner Straße in Hohenbrunn, mit einer ersten Klasse ihre Pforten öffnete. Sichtlich stolz auf diesen Werdegang war auch Günter Matthes, Vorstandsmitglied des Montessori Landesverbandes Bayern, der sich noch gut an die Anfänge erinnert. Heute ist die Montessorischule Hohenbrunn eine renommierte Schule, die über 300 Schüler, engagierte Eltern, Lehrerinnen und Lehrer zu ihrer Schulfamilie zählt und ihren Schülern zusammen mit der Montessori Oberschule sogar das Abitur ermöglicht. 

An diesem Abend war noch ein weiteres Geburtstagskind geladen: Maria Montessori zusammen mit ihrem Sohn Mario, hervorragend gespielt von Gisela und Fritz Schopka, gaben sich persönlich die Ehre, um den 140. Geburtstag der berühmten Pädagogin mit Schlagworten aus der Montessori-Pädagogik, Kuchen – köstliches Sinnesmaterial –, Coffee to go – die moderne Art der vorbereiteten Umgebung – und satirischen Kommentaren zur Bildungspolitik wie Barrosos Schulfruchtprogramm – "Möhrchen gegen PISA" – zu feiern. Vor der stimmungsvollen Kulisse eines Geburtstagskreises mit 25 nacheinander hereingetragenen großen Kerzen leiteten dann die Schüler Leon van Deun und Nicki Zuber mit einem Rap, zu dem Meri Su Alici tanzte, sowie der Lehrerchor musikalisch zum Vortrag von Claus-Dieter Kaul über. Mit Applausstufe zwölf wurde der Leiter des Instituts für ganzheitliches Lernen (www.ifgl.de), laut Zauberer Gaston die "Keimzelle der Schule", begrüßt. Wesentlich an der Gründung der Montessorischule Hohenbrunn beteiligt, war der engagierte Montessori-Pädagoge gerne gekommen, um darüber zu sprechen, was Kinder zu glücklichen Lernern macht. Dabei gehe es nicht um "Kuschelpädgogik", sondern darum Kinder als Persönlichkeiten wahrzunehmen, ihnen Selbstvertrauen auf ihrem Weg mitzugeben und vor allem ihnen ein Lernen nach ihrem eigenen Rhythmus zu ermöglichen. Er sei überzeugt davon, dass die Zukunft nur noch Schulen vorsehe, die den Kindern Zeit geben für ihren Bildungsweg. Es mache ihn traurig, dass in unserer Gesellschaft immer öfter von schwierigen Kindern die Rede sei, und so forderte er eine positivere Sichtweise: "Werden Sie wieder freudvoller und aufgeschlossener Kindern gegenüber." 

Bei Fingerfood und Getränken klang der Abend dann gemütlich aus, und wer sich davon überzeugen wollte, wie positiv Schule sein kann, brauchte sich nur den im Musiksaal gezeigten Film über das Jubiläumssommerfest anzusehen: "Unsere Schule ist ein Fest."

Text: Anissa Nasser, Fotos: Gunter Hahn