Facharbeit 2009

Von Barack Obama bis Haribo
  Präsentation der Facharbeiten zum Montessori-Abschluss

 Am Donnerstag, den 8. Oktober, präsentierten die Schüler der 9. Klasse der Montessorischule Hohenbrunn in festlichem Rahmen ihre Facharbeiten zum Montessori-Abschluss. 

 Der Duft von Kaffee und frisch gebackenen Brezeln sowie eine vor Anspannung knisternde und zugleich feierliche Atmosphäre empfing die Gäste, die am Donnerstagabend zahlreich in die Turnhalle der Montessorischule Hohenbrunn gekommen waren, um der diesjährigen Präsentation der "Großen Arbeit" zu lauschen. Für die Schüler der neunten Klassen bildet sie den Höhepunkt ihrer bisherigen Schullaufbahn. Trotz der Aufregung der letzten Tage und Minuten vor dem großen Ereignis stellten die Schülerinnen und Schüler einem faszinierten Publikum, darunter Hohenbrunns Bürgermeister Dr. Stefan Straßmair und Ottobrunns zweite Bürgermeisterin Monika Modrow-Lange, souverän die Ergebnisse ihrer Recherchen vor. Die Themen waren wieder einmal sehr abwechslungsreich, aber auch der haptische Aspekt kam nicht zu kurz. So konnte man beim Thema Anbau und Röstung von Kaffee verschiedene Sorten des beliebten Heißgetränks sowie mit Schokolade überzogene Kaffeebohnen kosten. Der Vortrag über Fischertechnik begeisterte die Tüftler und Hobby-Ingenieure, die am dazugehörigen Stand ein solarbetriebenes Riesenrad bestaunen konnten. An einem anderen Stand durfte man Coca Cola probieren und erfuhr dabei, dass die Cola eigentlich gegen Kopfschmerz entwickelt wurde. Man konnte köstliche Brezeln naschen, Nachbauten der Cheops-Pyramide, des Trojanischen Pferdes oder der chinesischen Großen Mauer im Miniformat, Graffiti-Kunst sowie ein selbst gedrehtes Musikvideo bewundern. Nur die Gummibärchen aus Jacob Moulis eigener Produktion, der seinen Vortrag selbstbewusst mit den Worten "Ich habe mir extra diesen Abend für Sie freigehalten, um Ihnen etwas über Gummibärchen zu erzählen" begann, waren alle bereits vor der Präsentation aufgegessen worden. Beeindruckend gut recherchiert war der Vortrag von Emanuel Meuten über die Münchner Trinkwasserversorgung. Natürlich wurden noch zahlreiche andere, nicht minder interessante Themen vorgestellt. Das Programm lockerten mehrere Showeinlagen auf: Jennifer Szikora trug als Leadsängerin der Schulband mit ihrer tollen Stimme ein Lied von Jimi Hendrix vor. Später rockte auch Matthias Hahn die Halle mit seiner Band, und Daniela Schmidt spielte, begleitet von einem Akkordeonspieler und einer Gitarristin, zwei Stücke auf dem Hackbrett vor. Die asiatische Schwertkunst führte Simon Malburg vor, und eine Folkloregruppe zeigte traditionelle türkische Tänze. Richtig laut wurde es, als Tobi Michels, der über heimische Holzarten und deren Nutzung referiert hatte, die Kettensäge anwarf, um aus einem Baumstamm einen Stern auszusägen. 

 Während der Pause gab es einen Sektempfang und leckeres Fingerfood, das die Eltern der anderen Klassen vorbereitet hatten. Schließlich ist die alljährliche Präsentation der Facharbeiten ein herausragendes Ereignis an der Montessorischule, zeigt sie doch, in welchem Maße die jungen Menschen es gelernt haben, selbstständig zu arbeiten und selbstbewusst vor einem großen Publikum aufzutreten. Und so war auch eine wichtige Neuerung der diesjährigen "Großen Arbeit", dass die Schülerinnen und Schüler, ganz nach dem Motto Maria Montessoris "Hilf mir, es selbst zu tun", den schriftlichen Teil, die Power-Point-Präsentation sowie den praktischen Teil komplett allein in der Schule ausgearbeitet hatten, um die Elternhilfe möglichst auszuschalten. 

 Den Abend beschloss Anke Lunemann, die Vorsitzende des Elternkreises Montessorischule München Land e.V., mit einer kurzen Rede. "Ich spreche am liebsten zum Abschluss, denn ich genieße die Atmosphäre am Ende der Veranstaltung, weil alle Schülerinnen und Schüler entspannt sind, nachdem sie es geschafft haben." Und darauf stießen alle Beteiligten mit ihren Lehrerinnen und Lehrern mit dem mittlerweile schon traditionellen, alkoholfreien Cocktail an. Ein wenig Wehmut schwang allerdings schon mit, denn so wie an diesem Abend werden die Jugendlichen nur noch dieses Schuljahr zusammen sein. Manche werden bereits nach dem Qualifizierenden Hauptschulabschluss die Schule verlassen, andere erst nach dem Mittleren Bildungsabschluss, wieder andere werden sich vielleicht in der Montessori-Oberschule erneut begegnen. Doch die Erinnerung an diesen Abend, an das Geleistete wird allen unvergessen bleiben. 

    Text: Anissa Nasser, Fotos: Gunter Hahn