Landtagsabgeordnete Claudia Stamm zu Besuch an der Montessorischule Hohenbrunn

Politik hautnah: Am 7. März folgte Landtagsabgeordnete Claudia Stamm der Einladung der Montessorischule Hohenbrunn. Im Rahmen der Aktion „Politik macht Schule“ der freien Schule in Bayern tauschte sie sich einen Vormittag lang mit Schülern der neunten und zehnten Klasse aus. So machte sie das Thema Politik für die Jugendlichen ein Stückchen greifbarer – und konnte selbst wertvolle Anregungen mitnehmen.

„Am liebsten möchte ich mit Euch diskutieren und hören, was das Interesse junger Menschen für die Politik steigern könnte“, so die Einladung der in Ottobrunn lebenden Grünen-Politikerin nach einer kurzen Begrüßung durch Schulleiterin Monika Nather. Ganz aktuell nahm sie die niedrige Wahlbeteiligung der Kommunalwahl in Hessen am Vortag und das gute Abschneiden der AfD zum Anlass, gemeinsam über Politikverdrossenheit und Radikalisierung nachzudenken. Diese beiden Aspekte standen auch im Fokus des gesamten Aktionstages, mit dem die freien Schulträger den Dialog zwischen bayerischen Schülerinnen und Schülern fördern wollten.

Persönliche Einblicke in das Politikgeschehen

Im gemeinsamen Diskussionskreis, für die Jugendlichen der Montessorischule ein vertrauter Rahmen, gewährte Claudia Stamm den 28 Schülerinnen und Schülern zunächst einen spannenden Blick hinter die Kulissen der Landespolitik. Dabei berichtete sie unter anderem kurzweilig über den eigenen beruflichen Werdegang – und darüber, was es heißt, mit der Mutter in einem Parlament zu sitzen, zumal wenn diese einer anderen Partei angehört. Denn als Tochter von CSU-Politikerin Barbara Stamm, als Landtagspräsidentin übrigens gleichzeitig Schirmherrin des Aktionstages, wird sie darauf immer wieder angesprochen. Auch bei den Jugendlichen stieß dieses Thema auf Interesse. „Wie ist es denn dann bei Familienfesten – wird da auch über Politik diskutiert?“ war nur eine der Fragen, die die Schüler dem Gast stellten.

Reger Austausch rund um Politik im Alltag von Jugendlichen

Doch auch Claudia Stamm, selbst Mutter zweier schulpflichtiger Mädchen und dreier weiterer „Patchwork-Kinder“, wollte von den Jugendlichen einiges wissen. Die Frage, ob sie denn für ein Wahlrecht ab 16 Jahren seien, bejahten die meisten Schüler. „Das wäre dann auch ein Grund, sich noch mehr zu informieren“, so eine Schülermeinung dazu, und: „Ich kann ja dann wählen, ob ich wähle“. Der Frage, ob sie von dem Wahlrecht dann tatsächlich Gebrauch machen würden, stimmten die meisten ebenfalls zu. Interessiert zeigte sich die Politikerin auch daran, wie sich die Schüler über Politik informierten: Fernsehen, Internet und Zeitung, so die Antworten – „und vor allem auch dadurch, dass daheim über diese Themen gesprochen wird.“ „Außerdem reden wir bei uns in der Schule sowieso mehr über allgemeine aktuelle Themen als in anderen Schulen, zum Beispiel im Morgenkreis oder einfach so“, so die Ergänzung seitens der Schüler.

Vielfältige Ideen für ein größeres Interesse an der Politik

Besonders aufmerksam verfolgte Claudia Stamm die Antworten der Schüler auf die Frage, was denn ihre Lust auf Politik noch mehr wecken könnte. Wieder entstand ein lebhafter Dialog auf Augenhöhe; die Ideen wurden auf Moderationskarten an einer Wandtafel befestigt: „Viel drüber reden“, „andere Meinungen anhören“, „es als Schulfach aufnehmen“ „es als Projekt aufnehmen“, so einige der Anregungen. Auch dem Vorschlag, die Standpunkte der einzelnen Parteien kürzer und verständlicher darzustellen, stimmte Claudia Stamm entschieden zu – und sah hier auch bei der eigenen Partei durchaus noch Verbesserungsbedarf. Die Idee eines Mentoren-Konzepts, bei dem ältere Schüler jüngere für das Thema Politik begeistern könnten, hielt sie ebenfalls für sehr sinnvoll. Ob das mangelnde Politikinteresse auch ein Zeitproblem sei, so ihre Frage an die Schüler. Die klare Antwort: „Wenn es mich interessiert, dann kann ich mir auch die Zeit nehmen – keine Zeit, das ist eine billige Ausrede.“

Bei der Frage, was die Schüler aktuell an der Politik störe, stand das Thema Flüchtlinge ganz oben: „weniger Vorurteile“, „Bürokratie abbauen“, so die Wünsche. „Ja, da ist auch die Wortwahl von uns Politikern ganz wichtig, damit wir nicht noch mehr polarisieren“, bestätigte die Besucherin. „Mut und Menschlichkeit braucht es an dieser Stelle von uns allen.“

Echtes Interesse an der Schule und der Montessori-Pädagogik

Während der Diskussionspause genoss die Besucherin besonders die Schulhausführung durch einige Schüler und zeigte sich dabei sichtlich beeindruckt - vom Schulwald und dem „Farbspielraum“, den bunten, einladenden Lernumgebungen und dem Pausenverkaufs-Kiosk, wo die Schüler selbst Leckereien verkaufen. Wie informiert und aufgeschlossen die Abgeordnete der Montessori-Idee gegenübersteht, zeigten auch die Gespräche mit einigen Lehrern. Zum Abschluss ihres Besuchs händigte Schulleiterin Monika Nather der Abgeordneten ein persönliches Zeugnis für ihren informativen Beitrag aus und bedankte sich damit im Namen der Schüler für einen spannenden Vormittag.

Fazit: eine gelungene Aktion

Jugendliche und Politik – ein Schüler hatte es während der Diskussion auf den Punkt gebracht: „Wenn mir Politik einmal so richtig schmackhaft gemacht würde, würde ich vielleicht auch dabei bleiben“. Und genau dies war mit dem Besuch geglückt: „Es war richtig gut, das alles mal so direkt und persönlich zu hören“ und „ja, das war auf jeden Fall spannend“, so der zufriedene Rückblick der Schüler.

Auch die Schulleiterin wertete die Aktion als Erfolg: „Durch den direkten Kontakt mit Frau Stamm ist es uns sicherlich gelungen, das so wichtige staatsbürgerliche Interesse der Jugendlichen weiter anzuregen.“ Für die Montessorischule sei dies ein Anliegen über den Lehrplan hinaus, was sich auch im Schulalltag widerspiegele. „Demokratie lebt von Teilnahme und Austausch – das leben wir an unserer Schule, und dazu hat diese Aktion wieder ein Stückchen beigetragen.“

Ein Aktionstag der freien Schulen in Bayern

In Bayern gibt es insgesamt 1.329 Schulen in freier Trägerschaft, was fast ein Viertel der bayerischen Schulen ausmacht. Besucht werden sie von 206.334 Schülern. Der Anteil von Schülern an Freien Schulen ist von 12,7 Prozent im Jahr 2006/07 auf inzwischen 14,4 Prozent im Schuljahr 2014/15 gestiegen. Der „Tag der Freien Schulen“ fand am 7. März 2016 erstmalig in Bayern statt. Organisiert wurde der Aktionstag vom Verband Bayerischer Privatschulen, dem Katholischen Schulwerk in Bayern und der Evangelischen Schulstiftung in Bayern. Unter dem Motto „Politik macht Schule“ besuchten insgesamt 136 Abgeordnete, elf Mitglieder der Staatsregierung sowie alle Fraktionsvorsitzenden eine Freie Schule.

Montessorischule Hohenbrunn

Derzeit besuchen 175 Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 4 und 165 Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 10 die Montessorischule Hohenbrunn. In Zusammenarbeit mit der Montessori Fachoberschule München – MOS München – steht den Schülern auch der Weg zum Abitur offen.

politikmachtschule.de