Einfühlsames Miteinander von Eltern und Kindern

Elternseminar „Gewaltfreie Kommunikation“ an der Montessorischule Hohenbrunn

Was können wir dazu beitragen, dass die Kommunikation in der Familie noch besser funktioniert? Wie gelingt es, auch in Konfliktsituationen wirklich in Verbindung zu bleiben? Mit diesen Fragen befassten sich Eltern der Montessorischule Hohenbrunn am 17. Oktober im Rahmen des Seminars „Gewaltfreie Kommunikation“ (GfK). Und das ganz praktisch: Anhand von Rollenspielen und eigenen Beispielen konnten die Teilnehmer einen ganzen Tag lang reflektieren und üben, wie bessere Kommunikation und damit ein erfüllteres Familienleben gelingen kann.

Mit Frank Gaschler hatte die Schule dafür einen bestens qualifizierten Trainer gewinnen können. Viele Teilnehmer kannten ihn bereits: Im März hatte der zertifizierte GfK-Coach und Buchautor mit seinem Vortrag rund um das Thema „GfK mit Kindern“ die Besucher begeistert. Wie hochaktuell das Thema ist, zeigte denn auch die Resonanz auf das eintägige Seminarangebot: Ursprünglich 20 Plätze waren zu vergeben – aufgrund des enormen Zuspruchs wurde kurzerhand eine zweite Gruppe aufgesetzt, geleitet von Gaschlers Ehefrau und GfK-Partnerin Gundi. So kamen 37 Teilnehmer in den Genuss eines kurzweiligen und erkenntnisreichen Tages voller konkret umsetzbaren Impulsen.

Praktisches Handwerkszeug für den Familienalltag

Charakteristisch für die GfK-Methodik sind ihre Praxisnähe und die direkte Anwendbarkeit. Zu Beginn stellten die Trainer die vier wichtigsten Zutaten des „GfK-Kochtopfs“ vor: Beobachten, Gefühl, Bedürfnis und Bitte. Immer wieder geht es darum, eine Situation sachlich zu erfassen, die entsprechenden Gefühle zu benennen, die eigenen Bedürfnisse zu erkennen und dann konkrete Bitten zu äußern. Diese Schritte konnten die Teilnehmer anhand eigener Themen intensiv ausprobieren, wobei der Humor und der reiche Erfahrungsschatz der Trainer, selbst Eltern zweier Kinder, so manches „Aha“-Erlebnis ermöglichten.

Deutlich wurde dabei, dass es sich bei der GfK nicht einfach um eine bestimmte Art zu reden handelt, sondern vielmehr um eine konkrete Haltung, wie wir uns und anderen Menschen begegnen. Und genau dies, so die Trainer, bedeutet „gewaltfrei“: eine Haltung und ein Handeln, die unsere Bedürfnisse und die die der anderen berücksichtigt - und so ganz natürlich von der Kritik hin zu einem wertschätzenden und dabei aufrichtigen Umgang miteinander führt. Statt des Vorwurfs „Nie hältst du dich an unsere Absprachen“ kann ein Elternteil beispielsweise das ehrliche Bedürfnis ableiten „…es ist mir wichtig, dass Abmachungen eingehalten werden“. Auf diese Weise lernen Kinder wie Erwachsene, dass Bedürfnisse nicht etwa ein Zeichen von Schwäche sind sondern, ganz im Gegenteil, häufig wertvolle Wegweiser.

Unterstützt wird diese Art der Kommunikation von einer weiteren wichtigen Grundannahme, die gerade in schwierigen Situationen deeskalierend wirken kann: „Was auch immer jemand tut – es ist das Beste, was er in diesem Moment tun kann, um seine Bedürfnisse zu erfüllen.“ Wer nämlich begreift, warum Sohn, Tochter oder Partner auf eine bestimmte Weise handeln und welche Bedürfnisse sich dahinter verbergen, der kann viel eher angemessen reagieren.

Die GfK-Idee an der Montessorischule Hohenbrunn

Das Elternseminar bildete einen weiteren Baustein des „GfK-Puzzles“ an der Montessorischule Hohenbrunn, wo das Thema fest verankert werden soll. Entsprechend wurden schon die Lehrer rund um die wertschätzende und lösungsorientierte Kommunikation geschult, und ein eigener Eltern-Arbeitskreis „Schule ohne Mobbing“ engagiert sich tatkräftig für den friedvollen Umgang miteinander. Auch die Wahl des letzten Jahresmottos „Sprache verbindet“ spiegelte die Bedeutung wider, die die Schule der Kommunikation im täglichen Miteinander beimisst.

Denn das ist schließlich das Wichtigste – so auch die Erkenntnis der Seminarteilnehmer: die Gewaltfreie Kommunikation wirklich zu leben, ob in der Schule oder zuhause. Dann geben wir auch der nächsten Generation ein wertvolles Handwerkszeug mit auf ihren Weg.